Montag, 7.12., 19 Uhr
Pankratiuskapelle
Georg-Schlosser-Str. 5
35390 Gießen
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Eintritt frei
Eine Frau überlistet einen Feldherrn und schlägt ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Die Geschichte der biblischen Judith gehört zu den eindrucksvollsten Erzählungen des Alten Testaments – und zu den meistgespielten Stoffen des 16. Jahrhunderts. In einer Zeit religiöser Spannungen, militärischer Bedrohungen und gesellschaftlicher Umbrüche wurde Judith zur Symbolfigur für Mut, Glaubensstärke und die Hoffnung auf Rettung. Thematisiert wird das weibliche Eingreifen in die Welt- und Heilsgeschichte und die besondere Handlungsmacht der vorbildlichen Frauengestalt. Inszeniert wird die Comoedia Judith (1542) des österreichischen Dramatikers Wolfgang Schmeltzl. Entstanden vor dem Hintergrund der Expansion des Osmanischen Reiches und konfessioneller Konflikte, verbindet das Drama biblische Überlieferung mit den politischen und religiösen Fragen seiner Gegenwart. Es zeigt, wie Krisen literarisch und performativ verarbeitet werden und wie bekannte Geschichten genutzt werden, um über Krieg, Gewalt, Glauben und gesellschaftlichen Zusammenhalt nachzudenken: Etwas, das auch heute nicht aus unserer literarischen Welt wegzudenken ist. Die Aufführung ist das Ergebnis eines universitären Rekonstruktionsprojekts. Auf Grundlage historischer Quellen entsteht eine Annäherung an die Theaterpraxis der Frühen Neuzeit, die wissenschaftliche Forschung und lebendige Bühnenpraxis miteinander verbindet.
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Justus Liebig-Universität Gießen, dem Forum Pankratius und mit freundlicher Unterstützung durch den Freundeskreis Museum Grünberg und den Magistrat der Stadt Gießen
Informationen zu weiteren Aufführungen:
5.12., 16 Uhr Hospitalkirche Grünberg
10.12., 18 Uhr St. Raphael in Wißmar (Kulturkirche www.ogy.de /Luftnachoben)