Donnerstag, 24.9., 18:30 Uhr
Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen 
Meisenbornweg 27
35398 Gießen
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Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
Moderation: Begüm Kardes (LZG)
»Es gibt drei große Männer in Deutschland. Thomas Mann, Heinrich Mann, Henselmann.« (Hermann Henselmann) – Hermann Henselmann, Stararchitekt der DDR, sein Name Synonym für den Berliner Prachtboulevard und den Berliner Fernsehturm. Hinter seinen Avantgarde- und Bauhausfassaden verbirgt sich eine von Aufbruch, Anpassung und Rebellion geprägte Familie. Florentine Anders folgt den Lebenswegen des Architekten, seiner Frau Isi und ihrer Tochter Isa entlang von hundert Jahren Bau- und Zeitgeschichte. Zugleich richtet sich der Fokus auf eine Frau, die selbst Architektin war, jedoch lange im Schatten ihres Mannes stand. Nüchtern, präzise und mit feministischem Blick lässt Anders eine ganze Ära auferstehen, schreibt Sätze, in denen man am liebsten wohnen würde und schafft so ein Epochenpanorama, in dem die Spannung zwischen sozialistischer Utopie und beengender realsozialistischer Wirklichkeit spürbar wird.
Florentine Anders (*1968 in Berlin), Enkelin der Henselmanns, studierte in Leipzig und Paris. Nach ihrer Ausbildung an der Journalistenschule Centre de Formation des Journalistes (CFJ) in Paris arbeitete sie als freie Journalistin in Deutschland und Frankreich. Heute ist sie Redakteurin beim Studio ZX (ZEIT-Verlag) und Vorstandsmitglied der Hermann-Henselmann-Stiftung.
In einer Begleitveranstaltung am 30. September wird der Film Unser kurzes Leben gezeigt.
In Kooperation mit dem Förderverein Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen e. V.