Donnerstag, 12.11., 19 Uhr
Hermann-Levi-Saal (Konzertsaal im Rathaus) 
Berliner Platz 1
35390 Gießen
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Eintritt: 8€ | erm. 6€ |LZG-Mitglieder und Studierende der JLU frei
Moderation: Daniela Henke (IfG)/Kirsten Prinz (IfG|LZG)
Assad ist weg. Das Regime, vor dem Othmanns Vater ein staatenloser jesidischer Kurde – geflohen ist, gefallen. Das Land, das die Autorin kennt und in dem an jeder Ecke das Porträt des Diktators und seines Vaters hing, gibt es nicht mehr. Wenige Wochen nach dem Sturz Assads reist Ronya Othmann mit ihrem Vater nach Syrien: durch ein Land, das ihr und sich selbst fremd geworden zu sein scheint und die Spuren der Geschichte trägt. Überall spricht sie mit Menschen unterschiedlichster Zugehörigkeit, sammelt Bilder und Eindrücke und bettet die Beobachtungen feinfühlig in politische sowie historische Kontexte ein. Eine persönliche wie politische Reportage, die in nahezu atemlosem Tempo versucht, eine Sprache zu finden, die Stimmung im Land einzufangen und die Lage der Minderheiten einzuschätzen. Dabei immer begleitet von den Fragen, was für ein Land sie eigentlich bereist und wie ein neues Syrien aussehen könnte.
Ronya Othmann (*1993 in München) ist Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-êzîdischen Vaters. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Essays und journalistisch. Vor allem befasst sie sich mit Gewalt und Diskriminierung, Flucht sowie mit kurdischen und queeren Themen. Für ihr Schreiben wurde sie viele Male ausgezeichnet, u.a. mit dem Caroline-Schlegel Förderpreis für Essayistik, dem Mara-Cassens-Preis und zuletzt mit dem Jeanette Schocken-Literaturpreis. Vierundsiebzig, ihr zweiter Roman, wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mehrfach ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der dezentralen Frauen- & Gleichstellungsbeauftragten des Instituts für Germanistik und dem Kulturamt der Stadt Gießen