FEEL THE SPIRIT! Musikalische Lesung mit Autor und Journalist Matthias Huff 

© Hannah Brahm© Hannah Brahm

Freitag, 21.11., 19 Uhr 

Ulenspiegel

Seltersweg 55

35390 Gießen

Eintritt: 8 €| ermäßigt 6 €| LZG-Mitglieder frei

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2012 reist Matthias Huff mit seiner Tochter in die USA und verliebt sich dort in Gospel Musik. »Auf unserer Vater-Tochter-Reise haben wir die klassischen Sehenswürdigkeiten New Yorks bereits weitgehend geschafft. […] Also entfernen wir uns etwas aus dem touristischen Zentrum und fahren nach Harlem.« (S. 7), liest er aus der Einleitung seines neuen Werks. Abseits der bekannten touristischen Routen New Yorks stößt Matthias Huff in Harlem auf einen zentralen Ort afroamerikanischer Kultur, an dem Gospelmusik bis heute im Namen Gottes weiterlebt.  

Diese persönliche Erfahrung bildet den Ausgangspunkt für Huffs neues Buch Feel the Spirit! sowie die musikalische Lesung, die am 21.11.2025 im gut besuchten Ulenspiegel stattfand. Bereits zu Beginn zeigte sich das Publikum begeistert und hieß Huff mit lautem Applaus willkommen. Der aus Köln stammende Journalist stellte ausgewählte Geschichten von insgesamt 30 aus seinem Buch vor, die die »Sternstunde der Gospelmusik« erzählen. Prof. Dr. Sascha Feuchert moderierte den Abend, der eine besondere Intensität erhielt durch die musikalische Begleitung von Emma Bombach (Gesang) und Elias Huff (Gitarre). Mit ihren Interpretationen von Liedern wie Wade in the WaterIf You See My Savior, sorgten sie für ein mitreißendes Zusammenspiel von Lesung und Musik. 

Um durch die Geschichte des Gospels zu führen, verwies Huff auf diverse eindrucksvolle Persönlichkeiten, zu denen unter anderem Harriet Tubman zählte, deren Lebensgeschichte eng mit dem Lied Go Down Moses verbunden ist. Er zeigte, wie religiöse Hoffnung, Widerstand und der Wunsch nach Freiheit in der Gospeltradition miteinander verwoben sind. 

Darüber hinaus verdeutlichte Huff, wie Gospel unterschiedliche historische und religiöse Traditionen miteinander verbindet. Als Beispiel schilderte er die Begegnung zwischen Mahatma Gandhi und dem afroamerikanischen Theologen Howard Thurman, die die universelle Kraft der Spirituals und ihre Botschaft von Hoffnung und Menschlichkeit unterstrich. 

Auch Thomas A. Dorsey nahm einen wichtigen Platz im Programm ein. Huff erläuterte dessen Bedeutung für die Entwicklung der modernen Gospelmusik und ging auf das bekannte Lied Precious Lord ein, das aus einer persönlichen Krisenerfahrung entstand. 

Zum Abschluss spannte Huff den Bogen bis in die populäre Musik und griff Bob Marley auf. Er zeigte, wie sich Einflüsse der Gospelmusik auch im Reggae wiederfinden und verdeutlichte dies am Beispiel von One Love/People Get Ready

Auf die Frage von Moderator Sascha Feuchert worauf Huffs Faszination für Gospel zurückgehe, antwortete er, dass diese nicht aus dokumentarischen Fragen, sondern aus der Musik selbst entstand. Gospel lasse sich nicht starr festlegen, sondern mehr am »Gospel Spirit« erkennen. Für Matthias Huff zeichnet sich diese Musik durch das »Moanen« in »Joy« − der Fähigkeit, Klage in Freude zu verwandeln −, den er als zutiefst religiös verstehe, aus. 

In Kooperation mit dem Kulturkeller Ulenspiegel 

von Nicoletta Rosita Murano

 


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