Navigation

Linus Giese | Ich bin Linus: Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war 

Rowohlt Polaris Verlag 2020
224 Seiten
15 Euro 
ISBN: 978-3-499-00312-7

von Sandra Binnert| Download

Linus Giese ist ein trans Mann. Damit ist schon die erste Markierung gesetzt. Ohne Linus Giese wüsste ich so vieles nicht. Wie zum Beispiel, dass trans ein Adjektiv ist, das einen Menschen näher beschreibt. Es ist kein Nomen, kein Verb, einfach ein Adjektiv und Adjektive schreibt man klein. Doch fangen wir von vorne an.

Linus Giese hat „in seinem alten Leben" [1] Germanistik studiert, seit 2017 ist er Buchhändler und er hat einen Blog, in dem er über seine Lektüre schreibt. Außerdem ist er Aktivist und für mich gerade dadurch eine sehr inspirierende Person.

Seine Autobiographie beschreibt seinen Aktivismus auf eine besondere Art: Seine Ziele sind Aufklärung, die Hemmung vor dem vermeintlich Fremden abbauen und anderen trans Menschen Mut machen. Dabei öffnet er sein Leben vor einem breiten Publikum und teilt seine Erfahrungen, Rückschläge und Erfolge mit der Welt. Das sind Dinge, die er auch täglich auf Twitter und Instagram tut.

Er setzt sich für Rechte von trans Menschen ein und wünscht sich, dass wir damit anfangen, die kulturell geprägten Geschlechterzuschreibungen zu hinterfragen und über die binäre Zweigeschlechtlichkeit hinaus zu denken. Dabei geht er sehr behutsam vor, er nimmt die Leser:innen an die Hand und teilt sehr private Momente seines Lebens. Diese reichen von der Bedrohung, die damit einhergeht, offen als trans Mann zu leben, bis hin zu den Freiheiten und Chancen, die er dadurch erlangt hat. Alles beginnt mit dem ersten Nennen seines Namens, den er sich ausgesucht hat: Linus. Dieses Ereignis zieht viele Schritte nach sich, die ihn immer mehr zu sich selbst finden lassen. Wenn man aufmerksam liest, spürt man fast ein Aufatmen über das Loslassen von Grenzen, die man von sich selbst oder der Gesellschaft gesetzt bekommt. Er beschreibt eine Reise, die ihn immer mehr zu dem Menschen macht, der er schon immer war, und wie er immer wieder auch Konflikte mit seinem eigenen Körper aushandeln muss.

Man sollte das Buch als das lesen, was es ist: eine Befreiung, ein Kampf und eine Möglichkeit dazuzulernen.

Linus Giese wurde 1986 in Bremen geboren und ist studierter Germanist. Seit November 2017 arbeitet er als Blogger, Journalist und Buchhändler in Berlin. Auf buzzaldrins.de schreibt er über Bücher und auf ichbinslinus.de über seine Transition, zudem hat er mehrere Texte für den Tagesspiegel, die taz und das Onlinemagazin VICE veröffentlicht.

 

[1] http://buzzaldrins.de/about/

(Sandra Binnert)


Drucken

TOP

Literarisches Zentrum Gießen e.V.
Südanlage 3a (Kongresshalle)
35390 Gießen

Telefon: 0641 972 825 17
Telefax:  0641 972 825 19
E-Mail:    info@lz-giessen.de

ÖFFNUNGSZEITEN BÜRO:

MO  10.00 - 14.00 Uhr
DI    15.00 - 19.00 Uhr
DO  10.00 - 14.00 Uhr

SOCIAL NETWORKS & KONTAKT

© Copyright 2021 Literarisches Zentrum Gießen e.V. Alle Rechte vorbehalten.