Montag, 29.6., 19:30 Uhr
Botanischer Garten (Eingang Sonnenstr.)
35390 Gießen
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Eintritt: 7 € | erm. 5 € | LZG-Mitglieder frei
Alte, Lüsterne, Teufel... zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs. Mit Der Teuffel mit dem alten Weyb (1545) und Der alt Buler mit der Zauberey (1554) hat Hans Sachs zwei komplementäre Fastnachtspiele geschaffen, die eine reichlich übertriebene altersbedingte Perspektive auf Genderrollen bieten – und dabei den Finger in die Wunde einiger Risse in der Stadtgesellschaft des 16. Jahrhunderts legen. In der Zusammenschau wird erst der gesellschaftskritische Witz der beiden Stücke deutlich. Beide fragen danach, ob alte Menschen anders mit dem Teufel umgehen als junge. Im Zentrum steht die Ehe als Spielfeld des Teufels – in dem er in einem Fall seine Unterlegenheit gegenüber einer weitaus intriganteren Frau erkennen muss, im anderen Fall nur in der Einbildung des alten Mannes existiert. Beide Spiele zeigen, wie zentral doch die Menschen und gerade nicht der Teufel für das zwischenmenschliche Verhalten sind und wie wenig man falschen Nachrichten vertrauen soll. Der berühmte Nürnberger Meistersänger Hans Sachs hat die Fastnachtsspiele vermutlich mit Handwerksgesellen in Wirtshäusern aufgeführt. Sie dienten der fastnächtlichen Unterhaltung und tragen zugleich eine Alltagsmoral.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen
Informationen zu weiteren Terminen:
2.7., 19 Uhr
St. Raphael in Wißmar (Kulturkirche: www.ogy.de/Luftnachoben)
11.7., 18 Uhr
Grünberg, Schloss (ehem. Antoniterkloster)