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Kirsten Boie | Heul doch nicht, du lebst ja noch 

Oetinger Verlag
176 Seiten
14 Euro

Ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-7512-0163-6

von Yvonne Castrup-Joeres |Download

 

Hamburg im Juni 1945. Nichts ist mehr, wie es mal war. Die Stadt ist zerbombt. Und mittendrin Traute und Hermann, Max und Adolf, vier Kinder zwischen Ruinen. Man versucht sich zu arrangieren, um wenigstens tagsüber ein wenig aus dem eigenen, kaum erträglichen Leben auszubrechen. Doch jeder ist gefangen in seinen eigenen Sorgen. Traute, die Brot aus der elterlichen Bäckerei klaut, um bei den Jungs mitspielen zu dürfen, und damit die zwangseinquartierte Familie Makuleit in Gefahr bringt. Der kleine Max, der nur mitspielen darf, weil er den Ball mitgebracht hat und von dem lange keiner weiß, dass er der einzige ist, der eine Ahnung hat, was wirklich geschehen ist. Adolf, dessen Familie auf der Flucht die kleine Schwester Anita verloren hat. Einfach verloren. Hermann, der keine andere Zukunft für sich sieht, als den Rest seines Lebens den kriegsversehrten, fluchenden Vater auf die Toilette zu tragen. Und dann taucht Friedrich auf, der eigentlich Jakob heißt, und der nicht mitbekommen hat, dass der Krieg vorbei ist.  

Es ist ein besonderes Buch, das nicht leicht zu lesen ist. Nicht leicht, weil es sehr direkt das Grauen des Krieges aufzeigt, das auch nach dem Friedensschluss nicht vorbei ist. Nicht leicht, weil der aus Sicht der Kinder Traute, Hermann und Jakob erzählte Text es jungen Lesern schwer macht, sofort Sympathie für die Protagonisten zu empfinden. Jeder versucht zu leben, auszuhalten, was kaum auszuhalten ist, eine Zukunft zu sehen, wo nichts mehr ist. Erst Stück für Stück merken die Kinder, dass vieles anders ist, als es scheint, und dass auf allen Seiten die Sorgen groß sind.

Boies Stil ist an manchen Stellen schwer zu ertragen und dürfte doch an keiner Stelle anders sein. Es ist ein Buch, das sicherlich nicht vor dem empfohlenen Lesealter von 14 Jahren anzuraten sind. Aber es ist ein wichtiges Buch. Denn was Krieg bedeutet, für alle Seiten und für jeden einzelnen, der von ihm betroffen ist, darf niemals vergessen werden. Was ist die Wahrheit, wer bestimmt sie, wie vermag man sie herauszufinden? Und was bringt die Wahrheit, wenn der Krieg selbst doch alle  Hoffnung zerstört hat?

 

Kirsten Boie (*1950 in Hamburg) ist eine der bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie studierte in Southampton Deutsch und Englisch auf Lehramt, arbeitete nach ihrer Promotion an einem Hamburger Gymnasium und später an einer Gesamtschule. Ihre zahlreichen Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Neben anderen Auszeichnungen erhielt sie 2007 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk und wurde 2011 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Hamburg.


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