Donnerstag, 15.1., 19 Uhr
Aula im Universitäts-Hauptgebäude
Ludwigstr. 23
35390 Gießen
Zugang barrierefrei
Eintritt frei
Eine deutsche Übersetzung ist gewährleistet.
Kalina Serce, jüngster Spross einer Frauendynastie, Erforscherin einer düsteren Familiengeschichte, betritt eine Villa, die lange Zeit unbewohnt war. Sie tastet nach dem Ebonit-Schalter aus der Vorkriegszeit, um Licht zu machen. Mit diesem Haus im schlesischen Langwaltersdorf hat es seine eigene Bewandtnis. Hier traf sich Kalinas Urgroßmutter Berta mit ihrem Geliebten und träumte von einer Flucht mit ihm nach Prag, die der Vater verhinderte. Bertas Hass auf ihn wird so groß, dass sie zu einer ungeheuren Tat schreitet. Joanna Bators Roman erzählt von weiblichen Lebensentwürfen – und davon, wie sie scheitern. Im drängenden Ton entfaltet sich das Drama der zornigen Frauen, die ihr Geheimnis durch die Generationen weitergegeben haben. Krieg, Gewalt und Unglück haben die Angst und Bitternis hervorgebracht, aus deren Bannkreis erst die Jüngste, Kalina, heraustritt, indem sie davon erzählt. Mit Entschlossenheit fordert sie das Glück ein, das den Frauen ihrer Familie versagt war.
Joanna Bator (*1968 in Wałbrzych) publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und arbeitete bis 2011 als Hochschuldozentin. Seither konzentriert sie sich ganz auf ihre schriftstellerische Tätigkeit. Seit der deutschen Übersetzung ihres Romans Sandberg durch Esther Kinsky gilt Bator als eine der wichtigsten neuen Stimmen der europäischen Literatur. Für Dunkel, fast Nacht wurde sie mit dem NIKE, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet, Bitternis war 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
In Kooperation mit dem Institut für Osteuropäische Geschichte und mit freundlicher Unterstützung der Justus-Liebig-Universität Gießen