Mittwoch, 28.1., 19 Uhr
Hermann-Levi-Saal (Konzertsaal im Rathaus)
Berliner Platz 1
35390 Gießen
Zugang barrierefrei
Eintritt: 8 € | erm. 6 € | LZG-Mitglieder frei
Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester und ihre Nichte. Jina muss in die Vergangenheit reisen, um die Gegenwart zu begreifen. Die auf Instagram gezeigten Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte in Iran, unter anderem an eine geheime Liebe, aber auch an einen Protest im Jahr 2009. »Mit poetischer Intensität erzählt Jina Khayyer von Mut, Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat, die sich nicht abschütteln lässt« (hr2-Kultur).
Jina Khayyer (*1975) ist eine in Deutschland geborene Schriftstellerin, Dichterin, Malerin und Journalistin iranischer Abstammung. Sie lebt und arbeitet seit 2006 in Paris und in der Provence. Im Herzen der Katze ist ihr Romandebüt und war 2025 für den Deutschen Buchpreis nominiert.
In Kooperation mit dem Büro für Integration, dem Büro für Frauen und Gleichberechtigung und dem Kulturamt der Universitätsstadt Gießen