Erinnerungen an die Sintezza zum 100. Geburtstag
Schauspielerin Carolin Weber liest bei Matinee im KiZ aus den Erinnerungen der Gießener Holocaust-Überlebenden
Sonntag, 25.01., 11 Uhr
KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen
Auf der Zielgeraden hatte das Leben Anna Mettbach endlich doch noch Aufmerksamkeit und Anerkennung geschenkt. Der Bundespräsident hatte die zierliche kleine Dame zum Neujahrsempfang nach Berlin eingeladen. Von Hessens Ministerpräsident war der Holocaust-Überlebenden in Wiesbaden das Bundesverdienstkreuz überreicht worden. Und die Stadt Gießen würdigte das Engagement der Sintezza mit ihrer bedeutendsten Auszeichnung: der Hedwig-Burgheim-Medaille. Am 26. Januar 2026 jährt sich nun der Geburtstag von Anna Mettbach zum 100 Mal.
Als Anna Kreuz im Januar 1926 im Dörfchen Ulfa bei Nidda geboren, wurde die Sintezza als 16-Jährige nach Auschwitz deportiert. Von dort nach Ravensbrück verschleppt, musste sie anschließend Zwangsarbeit bei Siemens im sächsischen Wolkenburg ableisten. Überlebt hat sie auch den Todesmarsch nach Dachau. Dort erlebte sie im April 1945 den Einmarsch der amerikanischen Soldaten. Seit Juli 1945 war Gießen das Zuhause von Anna Mettbach, viele Jahre hat sie als Zeitzeugin Vorträge an Schulen und Universitäten gehalten. Zudem hat sie an der Konzipierung einer Wanderausstellung über die Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen mitgearbeitet. Am 23. November 2015 ist Anna Mettbach in Gießen gestorben.
Die Historikerin und Journalistin Heidrun Helwig, die Anna Mettbach in ihren letzten Lebensjahren bei verschiedenen Veranstaltungen begleitet und viele Gespräche mit ihr geführt hat, wird von diesen Begegnungen erzählen. Zudem wird sie die gelesenen Auszüge historisch einordnen und um Informationen zum Völkermord an den Sinti und Roma ergänzen.
Im Anschluss haben auch Freunde und Weggefährten von Anna Mettbach die Gelegenheit, ihre Erinnerungen an die Sintezza mit dem Publikum zu teilen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.