LZG-Newsletter, Ausgabe 6/2017

Liebe Freunde und Mitglieder des Literarischen Zentrums,

von Frühjahrsmüdigkeit ist im LZG keine Spur! Stattdessen starten wir mit unserem neuen Frühjahrsprogramm voll durch und beginnen es mit einem literarischen Paukenschlag: Herta Müller, Weltliteratin und Literaturnobelpreisträgerin 2009, wird auf Einladung des LZG am Dienstag (25.4) um 19:30 Uhr in die Uni-Aula kommen, aus ihrem Werk lesen und vielfältige Einblicke in ihr Leben und Schaffen geben – ein absolutes Highlight, auf das wir uns besonders freuen. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft. Mitglieder, die Karten reserviert haben, werden gebeten, diese bis zum 13. April zu unseren Öffnungszeiten im LZG-Büro abzuholen.

Nicht weniger interessant geht es weiter: Unter dem Motto „Frankfurt liest ein Buch – Gießen liest mit“ erwartet Sie am Dienstag (2.5.) um 19:30 Uhr im KiZ mit Herbert Heckmanns Benjamin und seine Väter eine spannende Zeitreise in das Frankfurt der Weimarer Republik.

Ebenfalls mit Hessen verknüpft, wenn auch auf ganz andere Weise, ist der musikalische Leseabend, mit dem wir den diesjährigen Tag für die Literatur am Sonntag (7.5.) ab 20 Uhr im Ulenspiegel begehen: Während Nagel, ehemals Sänger bei Muff Potter, nun Autor, es auf seinen literarischen Streifzügen auch ins Literaturland Hessen verschlagen hat, hat die Band Emily’s Giant mit Frontmann Robert Groos-Albouts sogar ihren Ursprung in Gießen.

Zu Literatur und Musik gesellt sich auch in unserem Frühjahrsprogramm wieder der Tanz dazu: In der Reihe „LiteraturTrifftTanz“ erwarten Sie im Mai gleich zwei Klassiker-Lesungen mit anschließender Darbietung der Tanzcompagnie Gießen: die Neuauflage der Veranstaltung zu Shakespeares Rachetragödie Titus Andronicus (Sonntag, 14.5., um 18:30 Uhr im KiZ) sowie die Inszenierung SEID WAS IHR WOLLT, in der die satirischen Strophen des mittelalterlichen Dichters und Kriminellen François Villon zum Leben erweckt werden (Mittwoch, 24.5., um 20 Uhr im Kurzweilamt im taT).

Das Thema Kriminalität wird auch bei zwei weiteren, politisch geprägten Veranstaltungen in diesem Programm eine wichtige Rolle spielen: Zum einen, wenn die Autorin Ingeborg Gleichauf am Donnerstag (11.5) um 19 Uhr aus ihrer Biographie Poesie und Gewalt über die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin lesen wird, und zum anderen, wenn Birgit Weyhe beim diesjährigen GELESO ihr Werk Madgermanes vorstellen wird (Dienstag, 20.6., um 10 Uhr im Hörsaal A2 im Phil. I). Die Graphic Novel beschäftigt sich mit dem Schicksal mosambikanischer Vertragsarbeiter, die nach Jahren der Ausbeutung in der DDR in ein vom Bürgerkrieg zerstörtes Land zurückkehrten und den von der Regierung einbehaltenen Lohn nie ausgezahlt bekamen.

Jung, flott und frisch, so wie der Frühling, wird es auch in diesem Juni wieder unter den Gießener Marktlauben: Die vier jungen Talente Patrizia Krug, Annika List, Adam Nell und Lina Thiede stellen uns am Sonntag (4.6.) ab 11:30 Uhr ihre mit dem OVAG-Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Kurzgeschichten vor. Für unser ganz junges Publikum gibt es auch in diesem Jahr bei den traditionellen Bilderbuchtagen wieder viel Aufregendes zu entdecken; den Auftakt zu „Schöne Zeiten mit bunten Seiten“ macht die Eröffnungsveranstaltung am Sonntag (11.6.) ab 14:30 Uhr bei NEUSEHLAND.

Den Abschluss des LZG-Frühjahrs bildet das Sommertheater der Theatergruppe der Germanistik, die im Lutherjahr 2017 eine polemische Komödie auf den Reformator im Botanischen Garten (Freitag, 23.6. um 19:30 Uhr) zum Besten geben wird: Simon Lemnius’ Monachopornomachia.

Herta Müller. Die Nobelpreisträgerin liest aus ihrem Werk 

Herta Müllers Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Literatur im Jahr 2009 löste Begeisterung in der Literatur- und Medienwelt aus. Genau zehn Jahre nach Günter Grass wurde wieder eine deutschsprachige Schriftstellerin mit der höchsten literarischen Auszeichnung bedacht.

In der Aula des JLU-Hauptgebäudes wird die preisgekrönte Weltliteratin aus ihrem Werk lesen und im Gespräch Einblicke in ihr Schaffen, ihr Leben in Rumänien und Deutschland und die Erfahrungen mit Diktatur und Unterdrückung in ihrem Herkunftsland geben.

Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. Mit Romanen wie Der Fuchs war damals schon der Jäger (1992), Herztier (1994), Atemschaukel (2009) und Mein Vaterland war ein Apfelkern (2014) macht sie u.a. die viele Jahre verschwiegene Deportation deutschstämmiger Rumänen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die Folgen des Ceau┼čescu-Regimes und ihren eigenen Widerstand gegen die Diktatur einem weltweiten Publikum zugänglich. Für ihr Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Dienstag, 25.4. – 19:30 Uhr

Aula des JLU-Hauptgebäudes
Ludwigstraße 23
35390 Gießen

AUSVERKAUFT

Moderation: Günter Oesterle (Institut für Germanistik)

In Kooperation mit der Tanzcompagnie Gießen / Stadttheater Gießen.

Benjamin und seine Väter von Herbert Heckmann 

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Frankfurt liest ein Buch", die vom 24. April bis zum 7. Mai stattfindet, steht in diesem Jahr der Roman Benjamin und seine Väter von Herbert Heckmann. Darin wird ein Panorama der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland aus der Perspektive eines unehelichen Kindes gezeichnet, das sich auf viele Dinge keinen Reim machen kann. Warum sein Ziehvater als Vaterlandsverräter beschimpft wird, warum niemand einschreitet, als ein angeblicher Kommunist auf der Straße zusammengeschlagen wird, warum sein jüdischer Freund nach Amerika auswandern muss, auf diese Fragen erhält der jugendliche Benjamin keine Antworten. Und so lautet sein Fazit: "Ich scheiße auf alle Väter, die uns ein solches Leben eingebrockt haben."

Herbert Heckmann (1930-1999) war Schriftsteller und Journalist. Von 1963 bis 1979 gab er die Neue Rundschau im S. Fischer-Verlag heraus. Als freier Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks schrieb er zahlreiche Kulturbeiträge für Fernsehen und Hörfunk. Seit 1977 war Heckmann Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, deren Präsident er von 1984 bis 1996 war.

Das LZG lädt ein, Roman Kurtz zu lauschen, wenn er Passagen aus dem Roman vorträgt. Peter Reuter wird in den Roman und das Leben Herbert Heckmanns einführen.

Dienstag, 02.05. – 19:30 Uhr

KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Leser: Roman Kurtz (Stadttheater Gießen) Moderation: Peter Reuter (Universitätsbibliothek / LZG)

Im Rahmen der Reihe "Frankfurt liest ein Buch".  

Literatur trifft Musik. Ein Abend mit Nagel und Emily's Giant

Im Rahmen des Projekts "Literaturland Hessen" begegnen sich zwei besondere Gäste: Nagel, ehemals Sänger, Gitarrist und Texter bei Muff Potter und Robert Groos-Albouts, Sänger und Songschreiber der Band Emily’s Giant.

2007 erschien Nagels literarisches Debüt Wo die wilden Maden graben, 2010 folgte Was kostet die Welt. Nagels aktuellstes Werk Drive-By Shots (2015) ist eine Sammlung aus Stories und Fotos seiner Reisen — die ihn auch ins Literaturland Hessen geführt haben.

Den musikalischen Beitrag des Abends leistet Robert Groos-Albouts, Frontmann von Emily’s Giant. 2013 in Gießen gegründet, tourt die Band seitdem unermüdlich durch die Republik: eine außergewöhnliche Stimme, eine Gitarre und eine Mischung aus melancholischem Folk, Punk, Blues und Hoffnung. Im anschließenden Gespräch wird es um Gemeinsamkeiten zwischen Literatur und Musik sowie das Literaturland Hessen gehen.

Thorsten "Nagel" Nagelschmidt, geboren 1976, ist Autor, Musiker und Künstler. Er lebt in Berlin und Hamburg.

Robert Groos-Albouts (Emily’s Giant), Jahrgang 1985, brach sein Masterstudium für die Musik ab. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Sonntag, 07.05. – 20:00 Uhr

Ulenspiegel
Seltersweg 55
35390 Gießen

Eintritt: 5€ | 3€ erm. | LZG-Mitglieder frei

Moderation: Marco Rasch (LZG)

In Kooperation mit dem Hessischen Literaturrat, hr2-kultur und dem Ulenspiegel. Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Poesie und Gewalt. Ingeborg Gleichauf über die Pastorentochter und RAF-Terroristin Gudrun Ensslin

Ingeborg Gleichauf stellt an diesem Abend ihr neustes Werk Poesie und Gewalt, eine Biographie der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, vor.

Gudrun Ensslin gehörte zur Führungsspitze der RAF und war zugleich weit mehr: eine literarisch hochgebildete Person. Umfassend beschreibt die Autorin Ensslins geistige wie politische Entwicklung und zeigt, wie aus dem intellektuellen Bürgertum des Nachkriegsdeutschlands heraus gewaltbereite Radikalisierung möglich war.

Gleichauf wird aus Poesie und Gewalt lesen und dem Publikum einen Einblick in die Arbeit als Biographin geben, die vor allem unter dem Aspekt der Genauigkeit und Objektivität steht.

Ingeborg Gleichauf (*1953) hat bereits einige erfolgreiche Biographien veröffentlicht, darunter zu Ingeborg Bachmann, Hannah Arendt und Simone de Beauvoir. Für letztere erhielt sie den Wiener Preis der Jungen Kritiker.

Donnerstag, 11.05. – 19 Uhr

Hermann-Levi-Saal (Rathaus Gießen)
Berliner Platz 1
35390 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

In Kooperation mit dem Soroptimist International Club Gießen und dem Kulturamt der Stadt Gießen. 

LiteraturTrifftTanz: William Shakespeares Titus Andronicus - Ein Machtspiel

In der Reihe "LiteraturTrifftTanz" finden sich die Tanzcompagnie Gießen/Stadttheater Gießen (TCG/STG) und das LZG zusammen, um auf literarische Werke aus verschiedenen, sich bereichernden Perspektiven zu blicken. Vier literarische Tanzpremieren plant die TCG/STG bis Mai 2017, die sich um Edgar Allan Poes Der Untergang des Hauses Usher (ALL WE SEE), Ludwig Tiecks Der blonde Eckbert, William Shakespeares Titus Andronicus und Klaus Kinski, der François Villon spricht (SEID WAS IHR WOLLT), drehen.

Eine von Shakespeares frühen, zugleich grausamsten und blutrünstigsten Tragödien ist Titus Andronicus. Egoismus, Konkurrenz und Gewalt bestimmen das Zusammenleben der Menschen: Rein aus Rache an Titus wird die Tochter des römischen Feldherren, Lavinia, vergewaltigt – damit sie die Täter nicht verraten kann, wird ihr die Zunge heraus-, die Hände werden ihr abgeschnitten.

Der zweite Termin zu Titus Andronicus — Ein Machtspiel in der Mitte der Spielzeit. Nach einer literaturwissenschaftlichen Einführung von Anna-Lena Heid wird Helge Heynold im Anschluss aus Shakespeares düsterer Rachetragödie lesen.

Sonntag, 14.05. – 18:30 Uhr

KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Leser: Helge Heynold (hr2)

Moderation: Anna-Lena Heid (LZG)

In Kooperation mit der Tanzcompagnie / dem Stadttheater Gießen. 

LiteraturTrifftTanz: "SEID WAS IHR WOLLT" –  Carsten Bülow als François Villon

In der Reihe "LiteraturTrifftTanz" finden sich die Tanzcompagnie Gießen/Stadttheater Gießen (TCG/STG) und das LZG zusammen, um auf literarische Werke aus verschiedenen, sich bereichernden Perspektiven zu blicken.

Die Vorstellung beschäftigt sich mit den satirischen Strophen des spätmittelalterlichen Dichters François Villon. Rezitiert – in der Nachdichtung der Verse des expressionistischen Lyrikers Paul Zech – von keinem Geringeren als Klaus Kinski, der zeitlebens eine große Nähe zu Villon verspürte. Kinskis komplexe Persönlichkeit – seine Wutausbrüche und Exzentrik sind legendär, sein Klang und seine Art des Rezitierens in Kombination mit der derben Sprache und der Satire der Texte schaffen die Grundlage für die Tanzcompagnie, mit der sie Themen wie Liebe, Enttäuschung und Hass in die Sprache der Bewegung transferieren.

Carsten Bülow, bekannt durch sein Programm "Verehrt und angespien. Das Testament des François Villon", verkörpert an diesem Abend Villon. Wir werden einen Einblick in das Leben des Dichters bekommen, der sich sowohl in Kreisen von Prostituierten und Verbrechern als auch von Adligen zu behaupten wusste.

Mittwoch, 24.05. – 20:00 Uhr

Kurzweilamt im taT (KWA)
Berliner Platz, gegenüber Eingang Rathaus
35390 Gießen

Eintritt frei

Leser: Carsten Bülow

Moderation: Daniel Schneider (LZG) 

In Kooperation mit der Tanzcompagnie Gießen / dem Stadttheater Gießen.

Eine(r) liest: Jung, flott, frisch – Gewinner/-Innen des OVAG-Jugendliteraturpreises lesen ihre Texte

Auch in diesem Sommer präsentieren wieder vier Gewinner/-innen des OVAG-Jugendliteraturpreises ihre preisgekrönten Geschichten unter den Gießener Marktlauben. Die Zuhörer können sich auf einen vielseitigen Sonntagmittag freuen, denn die vier jungen Talente aus Mittelhessen decken ein breites Spektrum an Themen und Erzähltönen ab.

Patrizia Krug erschafft in "Der Papierjunge" eine faszinierende neue Welt mit unbekannten Gestalten und offenen Rätseln, während Annika List in "Kaffee und Kippen" die Geschichte eines jungen Mädchens aus der ungewöhnlichen Perspektive ihrer Krankheit erzählt. Adam Nells Erzählung "Elias’ Lachen" widmet sich dem schwierigen Thema Kindesmissbrauch und zu welchen Handlungen dieses schreckliche Erlebnis Familienangehörige treiben kann. Außerdem wird an diesem Tag Lina Thiede ihre satirisch-ironische Geschichte "Herr Tod braucht Urlaub"lesen, die den Tod in ein ganz neues Licht rückt.

Sonntag, 04.06. – 11:30 Uhr

Gießener Marktlauben
35390 Gießen
(Bei Regen: Netanya-Saal, Altes Schloss)

Eintritt frei

Moderation: Saskia Langstrof (LZG)

In Kooperation mit ulish-PR und dem Kulturamt der Stadt Gießen. 

Eröffnungsveranstaltung der 8. Bilderbuchtage: Auftakt zu "Schöne Zeiten mit bunten Seiten" mit Armin Maiwald (Die Sendung mit der Maus)

Bereits zum achten Mal finden in diesem Jahr die Gießener Bilderbuchtage statt. Auch diesmal darf man sich neben der von der Stadtbibliothek und dem LZG präsentierten Bilderbuchausstellung "unterwegs" und dem beliebten "Besuch mit Buch" auf einen bekannten Gast zur Auftaktveranstaltung freuen.

Erneut wird die Eröffnungsveranstaltung in den Räumen von NEUSEHLAND stattfinden. Als prominenter Gast dabei ist der Die Sendung mit der Maus-Macher Armin Maiwald. Er ist im Maus-Team für Fragen zuständig wie "Was ist das?" oder "Wie geht das?". Armin Maiwald wird aus seinem Lieblingsbilderbuch lesen und zudem viel von der Arbeit hinter den Kulissen der bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebten Sendung mit der Maus erzählen.
Auch die Schirmherrin der Bilderbuchtage, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, wird bei dieser Veranstaltung dabei sein und auf die nachfolgenden Veranstaltungen unter dem Motto "Schöne Zeiten mit bunten Seiten" hinweisen. 

Sonntag, 11.06. – 14:30 Uhr

NEUSEHLAND
Neue Bäue 11
35390 Gießen

Eintritt: 4 €

VVK: NEUSEHLAND-Filiale ab 27.05.2017

Mit freundlicher Unterstützung von NEUSEHLAND und in Kooperation mit ulish-PR.

GELESO: Madgermanes. Birgit Weyhes Graphic Novel über mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR

Rund 20.000 Vertragsarbeiter aus Mosambik waren zwischen 1979 und 1991 in der DDR beschäftigt. Ihr Aufenthalt, der bis auf vier Jahre befristet war, sollte ihnen vor allem eine Berufsausbildung ermöglichen, um nach ihrer Rückkehr zum Aufbau eines unabhängigen sozialistischen Mosambiks beitragen zu können. Die Realität sah jedoch gänzlich anders aus: Für ihre Ausbildung gab es keinerlei Verwendung: Die "Madgermanes", wie sie in Mosambik genannt werden, ein Wortspiel aus "verrückte Deutsche" und "Made in Germany", kehrten in eine vom Bürgerkrieg völlig zerstörte Heimat zurück und der von der Regierung einbehaltene Lohn wurde nie ausgezahlt.

Birgit Weyhe wird ihre preisgekrönte Graphic Novel vorstellen, die die Geschichte dieser Menschen erzählt und somit ein Stück deutsch-afrikanische Geschichte aufarbeitet, die hierzulande kaum bekannt ist.

Birgit Weyhe (*1969) ist eine freie deutsche Illustratorin und Comic-Zeichnerin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Ostafrika. Sie studierte Literatur, Geschichte und Illustration. Madgermanes wurde mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung 2015 und dem Max & Moritz Preis 2016 für das "beste deutschsprachige Comic" ausgezeichnet.

Dienstag, 20.06. – 10 Uhr

Hörsaal A2 (Phil I)
Otto-Behagel-Str. 10
35394 Gießen

Eintritt frei

Moderation: Monika Rox-Helmer (Historisches Institut)
und Anna-Lena Heid (LZG)

In Kooperation mit der Professur für Didaktik der Geschichte der JLU.  

Monachopornomachia: Sommerinszenierung der Germanistik-Theatergruppe 

Ein außerordentliches Zeugnis der Streitkultur und der gelehrten Polemik des 16. Jahrhunderts, in der Luther mitspielte und deren Ziel er selbst auch oft war, stellt die lateinische Komödie Monachopornomachia ("Mönchshurenkrieg") des Simon Lemnius dar, die ohne Datum (wohl 1539) und ohne Orts- oder Druckerangabe veröffentlicht wurde. Der aus Chur stammende Lemnius hatte in Ingolstadt und Wittenberg studiert und 1538 eine Gedichtsammlung publiziert, die er Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz, einem von Humanisten wertgeschätzten Mäzen, aber Kritiker der Reformation, widmete. Luther sah in den Gedichten verschiedene Persönlichkeiten seines Umkreises diffamiert und klagte Lemnius gegenüber der Universität an. Der Streit spitzte sich so weit zu, dass Lemnius schließlich der Universität verwiesen wurde, nach Chur floh und als Rache die Monachopornomachia veröffentlichte.

Diese Komödie, die das Genre der Moralität mit dem des Fastnachtspiels kombiniert, wird von der Theatergruppe des Instituts für Germanistik aufgeführt. Die Diffamierung politischer und religionspolitischer Gegner auf dem Feld der Moralität war im 16. Jahrhundert – ähnlich wie heute – eine ebenso wirkmächtige wie verzweifelte Waffe im publizistischen Streit.

Freitag, 23.06. – 19:30 Uhr

Botanischer Garten
Senckenbergstraße 6
35390 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK: Tourist-Info Gießen

In Kooperation mit dem Institut für Germanistik. 

Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf ein spannungs- und abwechslungsreiches Frühjahrsprogramm!

Herzlich grüßt
Ihr LZG-Team

Literarisches Zentrum Gießen e. V.
Südanlage 3a (Kongresshalle) | 35390 Gießen
Bürozeiten: Mo 10-14 Uhr, Di 15-19 Uhr und Do 10-14 Uhr
Tel.: 0641/97 28 25 17
info@lz-giessen.de | www.lz-giessen.de
w
ww.facebook.com/lzgiessen | www.twitter.com/lzgiessen
Kartenvorverkauf: Tourist-Information Gießen